Hasselfelde - eine Bergstadt mit festen Mauern

Spätestens Anfang des 12. Jahrhunderts begann auch um HasselfeIde der Bergbau. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte für einen früheren Zeitpunkt, wie an anderen Stellen im Harz, wo dieser bereits im 10. und 11. Jahrhundert einsetzte. Gefördert wurden Eisen- sowie Kupfererze, und deutliche Spuren von deren Verhüttung sind aus Ost-, Mittel- und Westhasselfelde überliefert. Namen wie "Hütteberg" nördlich der Hagenmühle und östlich des Campingplatzes "Domäne" legen ebenfalls darüber Zeugnis ab. Dieser Erwerbszweig beschleunigte die Entwicklung des Ortes, und der Zuzug von Berg- und Hüttenleuten vergrößerte die Dorfsiedlungen. Später zogen sich diese jedoch auf Mittelhasselfelde zurück. Die Aufgabe von Ost- und Westhasselfelde sowie anderer in der Nähe liegender kleiner Flecken kann damit zusammenhängen, dass Hütten wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit aufgegeben wurden.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Zusammenrücken ins Zentrum dem Schutz gegen Überfalle diente. Der Niedergang der deutschen Zentralgewalt nach dem Aussterben der Hohenstaufen-Dynastie Mitte des 13. Jahrhunderts führte zu einer Rechtsunsicherheit und einer Zunahme des Fehdewesens. Das könnte viele Leute veranlaßt haben, sich in die befestigte Stadt zurückzuziehen, denn um 1300 war HasselfeIde eine Bergstadt mit festen Stadtmauern. Um 1220 hatte der Ort die Stadtrechte erhalten, dazu das Münzprägerecht, eine eigene Gerichtsbarkeit, einen Wochenmarkt, ein Brauhaus, eine Schenke, eine Mühle und eine Fleischbank. Der Stadt gehörten ebenfalls eine großflächige Feldflur sowie Forsten mit Jagd- und Holzrecht. Das bedeutete einen gewissen Wohlstand für die Einwohner, deren Zahl um diese Zeit auf 1500 geschätzt wird.
 
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