lm Laufe des 12. Jahrhunderts entstanden neben dem ursprünglichen
Ort im Umfeld des ehemaligen Königshofes, dann auch
Mittelhasselfelde oder "middelsten Haslevelde"
genannt, die beiden zusätzlichen Siedlungen Osthasselfelde
(orientali Haslevelde) und Westhasselfelde (occidentali
Haslevelde). Osthasselfelde lag in der Umgebung des heutigen
Gästehauses "Domäne" Stiege. Die Lage
von Westhasselfelde ist in den westlich der Stadt gelegenen
Fluren im Bereich des unteren Hagenbachtals nahe der Hagenmühle
zu suchen. Die Siedlungen Ost- und Westhasselfelde wurden
in der Folgezeit, spätestens jedoch im 16. Jahrhundert
aufgegeben bzw. reduzierten sich stark.
In dem Bereich, wo Westhasselfelde vermutet wird, deuten
Flurbezeichnungen wie "Der Klosterweg", "Am
Paradiese" und "Die Heiligen Äcker"
auf die frühe Existenz eines Klosters hin. In der
Tat geht aus einer Urkunde des Papstes Johannes XXI. vom
5. April 1277 hervor, dass in "antiquo = Alt(-Hassefelde)
Hasselvelde" der Orden der Marienknechte das Kloster
"Zum Paradiese" errichtet hat. Allerdings konnten
sich die Bettelmönche wegen der kargen Landwirtschaft
dort nicht lange halten. Schon 1298 gaben sie laut kirchlicher
Urkunden das Kloster wieder auf, um sich in neue Klöster
in Halberstadt und Rossungen bei Nordhausen zurückzuziehen.
Das Kloster "Zum Paradiese" existierte somit
nur etwa 20 Jahre und hatte keinen Einfluß auf die
Entwicklung der Stadt.