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Die Siedlung
Hasselfelde
Aufgrund der großen Besitzungen Heinrichs I. im
Umfeld des Harzes wurde dieses Gebiet Stammland des neuen
Königshauses und politisches Zentrum des entstehenden
deutschen Reiches. Etliche Reichshöfe, die in den
Rang von Königspfalzen aufstiegen, umgaben das Gebirge:
im Norden Werla, das später an Bedeutung verlor und
von Goslar abgelöst wurde, sowie Derenburg und Quedlinburg;
im Süden Pöhlde, Nordhausen, Wallhausen und
Allstedt.
Schon früh werden diese Pfalzen durch Wege über
das Gebirge verbunden gewesen sein, die dann sicher auch
als Handelswege genutzt wurden. Entlang dieser Wege entstanden
Rastplätze und befestigte Höfe, die Schutz und
Versorgung boten. Deren Namensendung "-feld/-felde"
deutet darauf hin, dass diese auf größeren
Lichtungen und Rodungen entstanden und läßt
auf eine etwa zeitgleiche Gründung schließen.
Ob deren Ursprung schon in die karolingische Zeit im 9.
Jahrhundert fällt, als der Harz Bannforst wurde,
ist bisher nicht nachgewiesen.
Die geschichtlichen Ereignisse legen jedoch nahe, dass
diese Höfe im Harz während der Regierungszeit
Heinrichs I. zwischen 919 und 936 wenn nicht gegründet,
so doch weiter ausgebaut und in ihrer Funktion gestärkt
wurden. Erstmals urkundlich erwähnt werden Bodfeld
935, Siptenfelde und Selkenfelde 961, Thankmarsfelde 970,
und Ertfelde 983. HasselfeIde wird erst vergleichsweise
spät als Königshof durch eine Urkunde ausgewiesen,
die König Heinrich III. (1039 - 1056, Kaiser ab 1046)
hier am 18. Januar 1043 ausgestellt hat. Ein weiterer
Aufenthalt dieses Kaisers in HasselfeIde ist durch eine
Urkunde für Bischof Burchard I. von Halberstadt aus
dem Jahre 1052 dokumentiert.
Für Hasselfelde ist ferner eine in der Pfalz Wallhausen
ausgestellte Urkunde vom März 1046 von Bedeutung,
mit der Kaiser Heinrich III. eine frühere Schenkung
von Gütern in HasselfeIde durch den Markgrafen Ekkehard
II. von Meißen an die Abtei Gernrode erneut bestätigte.
Aus der Urkunde geht hervor, dass zur Zeit der Schenkung
neben dem Königshof schon eine Ansiedlung bestand,
die zum Lehnsbesitz des Markgrafen gehörte. Leider
sagt die Urkunde nichts darüber aus, wann die ursprüngliche
Schenkung erfolgte. Setzt man jedoch mindestens ein bis
zwei Generationen für den Aufbau der verschenkten
Güter an, dann folgt daraus, dass schon Ende des
10. Jahrhunderts eine Siedlung HasselfeIde existiert haben
muß. Dies steht im Einklang mit der Vermutung, dass
die Endung "-felde" auf eine ungefähr zeitgleiche
Entstehung der oben genannten Höfe hindeutet. |
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