Der erste deutsche König

Karl der Großen gründete 804 das Bistum Halberstadt. Das Bistum Halberstadt erstreckte sich anfangs über sechs Gaue, die jeweils von einem Gaugrafen für den König als obersten Lehnsherr verwaltet wurden. Elbe, Saale, Unstrut, Oker, Harz und Milde bildeten die äußerste Grenze des Bistums, welches sich in Harzgau (mit Halberstadt), Darlingau, Nordthüringgau, Balsamgau, Schwabengau und Hassegau unterteilte. Das Gebiet um HasselfeIde gehörte zum Harzgau.

Nach der Aufteilung des Frankenreiches unter den drei Enkeln Karls des Großen durch den Vertrag von Verdun im Jahre 843 entstand das ostfränkische Reich unter Ludwig dem Deutschen. Dieses hatte etwa die Ausdehnung der früheren Bundesrepublik (vor der Wiedervereinigung) und wurde von seinem Sohn, Ludwig dem Jüngeren, noch durch die Angliederung von Elsaß, Lothringen und Friesland im Westen erweitert (Verträge von Meersen und Ribemont 870/80). Mit dem Tode Ludwigs des Kindes erlosch die ostfränkische Karolinger-Dynastie im Jahre 911, und das Reich fiel in eine Krise. Hinzu kamen ab 900 die wiederholten Raubzüge der Slawen und Ungarn, die den Osten des Reiches verunsicherten. Um den inneren Zerfall zu bannen und den von außen drohenden Gefahren zu widerstehen, wählten die Stammesherzöge im Jahre 919 den Sachsenherzog "Heinrich den Vogler" zum neuen König (Heinrich I. 919-936). Dieser stärkte die Zentralgewalt wieder, schloß mit den Ungarn einen Waffenstillstand und nutzte diese Zeit zu intensiven Verteidigungsmaßnahmen. Im Jahre 926 erließ er eine Burgenbauordnung und legte auch in der Umgebung des Harzes zahlreiche Befestigungen zum Schutz gegen die Angriffe aus dem Osten an. Er schuf gepanzerte Reiterverbände, die ihre erste Bewährungsprobe im Winter 928/29 im Kampf gegen die Elbslaven bestand. Die siegreiche Entscheidungsschlacht am 15. März 933 gegen die Ungarn an der Unstrut mit einem Aufgebot aller Stämme sicherte dann die Reichseinheit und stärkte die Autorität Heinrichs I., der damit als erster deutscher König in die Geschichte einging.
 
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