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Die Harzwälder als Bannforst
Der Harz mit seinen Urwäldern und Wildreichtum war
sicher seit der Besiedlung der norddeutschen Tiefebene
ein beliebtes Jagdgebiet, und wahrscheinlich fanden sich
hier bereits seit der letzten Eiszeit vor etwa 10000 Jahren
in der Steinzeit Jäger und Sammler, die ihren Schutz
in Höhlen fanden. Abgesehen davon, dass sich Waffen
und Werkzeuge mit der Zeit verbesserten, wird das über
viele Jahrtausende so geblieben sein, denn aufgrund der
bisherigen Funde muß man davon ausgehen, dass es
vor dem 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung im Harz noch
keine dauerhaften Ansiedlungen gab.
Der Harz gehörte um 500 n. Chr. zum Königreich
der Thüringer. Nach deren Unterwerfung im Jahre 531
durch die Frankenkönige Theuderich I. und seinem
Bruder Chlothar I. fiel das Gebiet an die mit beiden verbündeten
Sachsen. Um 700 n. Chr. umfasste das Stammesgebiet der
Sachsen etwa das Land zwischen Ems, Eider, Elbe und Saale-Unstrut.
Die heidnischen Sachsenstämme gliederten sich in
Gaue und kannten keinen König, wie die weiter westlich
lebenden und seit Anfang des 6. Jahrhunderts christianisierten
Franken. Karl der Große, König bzw. Kaiser
von 771 - 814, versuchte in den sogenannten Sachsenkriegen
772 - 804, diese Stämme gewaltsam zum Christentum
zu bekehren. Jedes Aufbegehren gegen den christlichen
Glauben und die fränkische Herrschaft wurde mit dem
Tode bestraft (Capitulatio de partibus Saxoniae von 782).
Es ist jedoch zu vermuten, dass diejenigen, die trotz
dieser Verfolgung ihren Göttern noch die Treue hielten
und heidnischen Bräuchen nachkamen, Zufluchtsorte
in schwer zugänglichen Gegenden des Harzes fanden.
Dagegen wurden sächsische Adlige, die auf die Seite
der Franken wechselten und sich taufen ließen, zu
Grafen ernannt. Schließlich erfolgte mit dem Erlaß
Capitulare Saxonicum von 797 die Gleichstellung der Sachsen
mit den anderen Völkerschaften des fränkischen
Großreiches. Trotzdem kam es bis 804, dem Ende der
Sachsenkriege, zu Zwangsumsiedlungen von Sachsen in andere
Reichsteile, z.B. in das Gebiet des heutigen Belgiens.
Ab diesem Zeitpunkt war der Harz endgültig Teil des
fränkischen Reiches. Die Harzwälder wurden zum
Reichsbannforst erklärt, d.h. das Recht auf Jagd,
Rodung und wirtschaftliche Nutzung war dem König
vorbehalten. |
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