Die Wiederbelebung des Fremdenverkehrs

Unter den verschärften Bedingungen der Ost-West-Konfrontation wurde nach dem 6-Tage-Krieg in Israel (Juni 1967) durch die Sowjetarmee eine Radarstation auf dem Gelände der heutigen Westernstadt "Pullman City Harz" errichtet. In den Folgejahren, um 1980, entstand in diesem Zusammenhang auch auf der Karlshaus-Höhe eine sowjetische Raketenabschußbasis. Heute steht auf der Karlshaus-Höhe wieder ein Aussichtsturm.

Eine Wiederbelebung des Fremdenverkehrs nach dem Kriege ist bereits in der zweiten Hälfte der 40er Jahre zu verzeichnen. Zunächst mieteten sich Erholungssuchende privat bei Hasselfelder Bürgern ein. Seit Anfang der 50er Jahre wurden Übernachtungen für Urlauber dann vom Rat der Stadt organisiert. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Busreisende, die an Privatquartiere vermittelt wurden. In den 60er Jahren übernahm das Reisebüro der DDR diese Aufgabe. Parallel dazu erwarb der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) auf vertraglicher Basis Privatquartiere und verbesserte in der Folgezeit die Urlauberbetreuung durch die Übernahme der "Krone" und des "Karl-Marx-Heims". Dort erfolgte auch die Vollverpflegung aller FDGB-Urlauber. Außerdem wurden in den genannten Heimen kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. In den 70er Jahren zog sich das Reisebüro aus HasselfeIde zurück, und bis zur Wende 1989/90 lag die Zimmervergabe und Urlauberbetreuung ausschließlich in den Händen des FDGB. Private Quartiervermittlungen waren so gut wie ausgeschlossen.

Nach der Wende arbeiteten zunächst der FDGB-Feriendienst und die vorhandenen Betriebsferienheime bis 1990 weiter. Danach wurde der Fremdenverkehr auf private Basis umgestellt und alle vorhandenen Einrichtungen stillgelegt. Als Erster fand sich für die Hagenmühle ein Investor, der das Objekt zum Hotel umbaute. Anschließend wurde das ehemalige "Karl-Marx-Heim" und das Kinderferienlager Nienburg zum Ferienpark "Hasselhäuser" umgebaut, vom gleichen Investor wurde der Bahnhof der Harzer Schmalspurbahn rekonstruiert. Das ehemalige Betriebsferienheim "Blauvogel" am Rotacker wurde abgerissen und an gleicher Stelle entstand ein modernes Feriendorf. Ein weiteres Feriendorf ist zwischen der Hagenmühle und dem Friedhof entstanden. Das frühere FDGB-Heim "Krone" wurde dem Alteigentümer zurückgegeben und von diesem nach umfangreicher Rekonstruktion im Jahre 2000 als Restaurant mit Hotelbetrieb wieder eröffnet.

Weiterhin ist am Rabenstein ein Kurpark entstanden. Das qualitativ und quantitativ mit Abstand größte Touristenangebot ist jedoch der Freizeitpark "Pullman City Harz" auf dem Gelände der ehemaligen Radarstation. Er umfaßt einen Investitionsumfang von etwa 35 Mill. DM und wurde im Juli des Jahres 2000 eröffnet. Dort werden den Besuchern vor allem Wildwestromantik und Naturerlebnisse mit Möglichkeiten zum Umgang mit Tieren sowie Ausritte in den Harz geboten. Mit diesen Entwicklungen hat der Tourismus in HasselfeIde einen neuen herausragenden Stellenwert erhalten.
   
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