Eine besondere Bereicherung der weiteren Umgebung von
Hasselfelde ist die Rappbode-Talsperre. Als man sich in
den 50er Jahren dazu entschloß, den um 1900 geplanten
bereits in den 30er Jahren begonnenen Bau des Trinkwasser-
und Hochwasserschutz-Talsperrensystems der Rappbode fortzusetzen,
bedeutete dies für einige Jahre zusätzliche
Arbeitsplätze für Hasselfelder Bürger.
Zum Talsperrensystem gehört auch die 1959 eingeweihte
Hasselvorsperre, deren Staubereich im Hasseltal bis in
die Nähe der Hagenmühle reicht. Oberhalb der
vordem errichteten Rappbode-Vorsperre wurde eine Trinkwasseraufbereitung
gebaut, um u.a. die Stadt HasselfeIde mit Trinkwasser
zu versorgen. Bis dahin erhielt die Stadt Trinkwasser
aus Quellfassungen oberhalb des Hoyerteiches, wobei sowohl
Qualität als auch Wassermenge unzureichend waren.
Die Inbetriebnahme der Rappbode-Trinkwasser-Talsperre
verlangte jedoch eine Klärung des Hasselfelder Abwassers.
Zu diesem Zweck wurde zu Beginn der 60er Jahre eine Kläranlage
gebaut. Nach der Wende wurde die Genehmigung für
das Einleiten in die Hassel vom Umweltamt nicht mehr erneuert.
Seitdem ist bei Rübeland eine zentrale Kläranlage
gebaut worden, in die seit dem Jahre 2000 auch die Abwässer
von Hasselfelde eingeleitet werden.
Nach Fertigstellung des Talsperrensystems fielen die während
der Bauzeit erforderlichen Arbeitsplätze weg. Außerdem
wurden auch in der Landwirtschaft durch Mechanisierung
weibliche Arbeitskräfte frei. Auf der Suche nach
Ersatzarbeitsplätzen, vor allem für Frauen,
sowie unter Berücksichtigung der verschärften
Umweltauflagen im Trinkwassereinzugsgebiet Hasselfelde,
entschied man sich in den 60er Jahren für die Ansiedlung
eines neuen Betriebes. Die Wahl fiel auf einen Hersteller
für Spulen und Relais aus Großbreitenbach in
Thüringen. In der Nordhäuser Straße wurde
ein Betriebsteil des VEB Relaiswerke Großbreitenbach
errichtet. Die ehemaligen Betriebsgebäude werden
nach Umbau und Rekonstruktion heute vom Malerfachbetrieb
NELIUS genutzt.