Nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik
(DDR) und dem Wiederaufbau der Wirtschaft normalisierte
sich auch das Arbeitsleben der Bürger in Hasselfelde.
Hier widmete man sich neben der Industriearbeit in den
Kalkwerken in Rübeland vor allem der Land- und Forstwirtschaft.
Vor 1945 gab es in der Landwirtschaft vorwiegend Kleinbetriebe,
in denen hauptsächlich Familienangehörige arbeiteten
und für den eigenen Bedarf produzierten. Davon waren
viele sogenannte Nebenerwerbsbetriebe, das heißt
die Männer hatten noch eine andere Beschäftigung
und waren beispielsweise als Waldarbeiter in der Forstwirtschaft
oder als Arbeiter in den Rübeländer Kalkwerken
tätig.
Das wurde bereits im Jahre 1945 grundlegend verändert,
indem die damalige Besatzungsmacht eine allgemeine Bodenreform
durchführte. Die Folge war, dass auch in Hasselfelde
landwirtschaftliche Nutzflächen und Waldgebiete an
landarme und landlose Landarbeiter verteilt wurden. Zur
Unterstützung der Bauern entstand zunächst die
"Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe"
(VdgB), später die "Maschinen-Ausleih-Station"
(MAS), die dann in die "Maschinen-Traktoren-Station"
(MTS) überführt wurde. Diese Situation wandelte
sich tiefgreifend als viele der jungen Bauerngeneration
in den 50er Jahren aufgrund verbesserter Arbeits- und
Verkehrsverbindungen in umliegende Industriebetriebe abwanderten.
Die nun nicht mehr bewirtschafteten landwirtschaftlichen
Nutzflächen wurden zusammengefaßt und vom neu
gegründeten "Volkseigenen Gut" (VEG) übernommen.
Dem wurde auch die MTS eingegliedert.
Auf der anderen Seite schlossen sich die verbleibenden
Bauern in einer "Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft"
(LPG) Typ I zusammen, die ihrerseits in den Jahren 1975/76
vom VEG übernommen wurde. Damit war ab dieser Zeit
die gesamte Hasselfelder Landwirtschaft im VEG konzentriert.
Nach der Wende ist das VEG aufgelöst worden, und
heute wird das Land wieder von einigen kleineren und zwei
Großbetrieben bewirtschaftet.