Der Wiederaufbau & die Entstehung der heutigen Altstadt

In der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg bis zum Beginn der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts wurde HasselfeIde, nicht zuletzt wegen seiner geographischen Lage, von geschichtlichen Ereignissen wenig berührt. Umso stärker beeinflussten lokale Katastrophen immer wieder die Entwicklung der Stadt. Große Brände in den Jahren 1705, 1794, 1834 und 1893 waren empfindliche Rückschläge sowohl für den Ort als auch für die betroffenen Einwohner. Ab 1794 zog man beim Wiederaufbau nach den großen Bränden die Lehren und verbreiterte sowie begradigte die engen Straßen. Ferner wurden zwischen einzelnen Häuserblocks sogenannte Feuergassen angelegt, um bei Bränden ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Dadurch entstanden die breiten Straßenzüge und das heutige Bild der Altstadt. Später siedelten sich auch Bürger außerhalb der früheren Stadtmauer an. Insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert erweiterte sich das Stadtgebiet nach Norden entlang der heutigen Blankenburger Straße und im Neuen Viertel. Eine weitere Vergrößerung des Stadtgebietes fand ab 1975 durch die gezielte Förderung des Eigenheimbaus und besonders nach der Wende am Tannscharn, am Nordwestrand von HasselfeIde, und im Süden am Kirschenberg statt.

Im Laufe der Jahrhunderte sorgte neben der Landwirtschaft die Forstwirtschaft immer für ein verläßliches Einkommen der Stadt. Im Grunde geht das auf ein Gnadengeschenk des Blankenburger Grafen Ullrich des Jüngeren zurück, der um 1550 zwar den Flecken Hasselfelde verpfändete, aber dabei der Gemeinde den Besitz zweier Holzgemarkungen sicherte. Dieses Holzrecht wurde von den nachfolgenden Grafen und später von den Herzögen von Braunschweig uneingeschränkt anerkannt und war eine große Hilfe beim Wiederaufbau nach den genannten Brandkatastrophen. Die Holzwirtschaft expandierte dann insbesondere mit der Einführung von Bearbeitungsmaschinen und modernen Transportmöglichkeiten. So hatte Hasselfelde Anfang des 20. Jahrhunderts bereits zwei Sägewerke. Unterstützt wurde diese Entwicklung besonders durch den Bau der Selketalbahn, die den Weg nach Gernrode eröffnete und ab 1892 neue Möglichkeiten für den Holztransport bereitstellte. Diese Linie wurde später auch über Stiege an die Harzquerbahn in Richtung Nordhausen angeschlossen.
 
  Öffnungszeiten und
weitere Infos >>
 
 
  Erfahren Sie mehr über Trautenstein